Pressetexte zum Welthämophilietag 2002
Sehr geehrte Frau Abgeordnete zum
Europäischen Parlament,
sehr geehrter Herr Abgeordneter!
Die Österreichische Hämophilie Gesellschaft ist die älteste medizinische Selbsthilfegruppe Österreichs
und vertritt seit 35 Jahren Interessen von an Blutgerinnungsstörungen
erkrankten Personen ("Blutern").
Daher ist die Sicherheit von lebensnotwendigen Blutgerinnungsfaktoren ein vitales Interesse der
Gesellschaft.
Durch die geplanten Änderungen, insbes. in
Artikel 4 und Artikel 19, der "EU- Blutdirektive"
Council Directive 89/381/EEC ist einzig die Versorgungssicherheit in
Gefahr, es ist aus Sicht der ÖHG keine wie immer geartete Verbesserung
gegeben.
Wir bitte Sie im Namen unserer Mitglieder um Berücksichtigung unserer Sorgen und Ängste und
dürfen Ihnen (vorab einen Entwurf) unsere Presseerklärung zum WELT- HÄMOPHILIE TAG, 17. April 2002, zur
Kenntnis bringen.
Mit freundlichen Grüßen und herzlichem Dank für Ihre Unterstützung!
Hubert K.Hartl e.h.
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Univ.Lektor Dr.med. Hubert K.Hartl
Geschäftsführer der Österr. Hämophilie Gesellschaft
E-Mail: hartl[at]bluter.at Homepage:
www.bluter.at
Die europäische Blut-Richtlinie - droht wieder eine Versorgungsknappheit mit
Blutprodukten in Europa?
Mehr als 40.000 Hämophile und zig-
tausende andere Patienten werden – wenn überhaupt - nur noch begrenzt behandelbar sein!
Besonders Menschen, die unter der Bluterkrankheit Hämophilie leiden, sind in Gefahr, wenn das Europäische
Parlament einer Verschärfung der neuen EU- Richtlinie zustimmen würde.
Jahrelange prophylaktische Therapien würden ad absurdum geführt werden.
Aber die Hämophilie ist nicht die einzige Erkrankung, für die eine Behandlung mit lebensrettenden Blutprodukten
erforderlich ist: unter den erblichen Krankheiten befindet sich auch der angeborene Immundefekt.
In der Gesetzgebung ist vorgesehen, dass eine Entschädigung für die
Blutspende in ganz Europa verboten werden soll. Desgleichen soll auch
die Einfuhr von Plasmaprodukten verhindert werden, deren Spender eine
Aufwandsentschädigung erhalten haben.
„Sollten die Abgeordneten des Europaparlaments die Änderungsvorschläge des Ausschusses für
Umweltfragen und Volksgesundheit annehmen, wird das zu ernsthaften
Schwierigkeiten bei der Versorgung mit Blutprodukten führen. Einige
Menschen können sogar sterben“, betont der Vorsitzende der
Österreichischen Hämophilie Gesellschaft, Josef Weiss.
„Wenn die Richtlinie nicht in der jetzt vorgesehenen Form verabschiedet wird, sondern zu befürchtende
Ergänzungen zugelassen werden, so muss mit einer ernsten
Gesundheitskrise gerechnet werden, da noch etwa die Hälfte der 500
Hämophilen in Österreich, und mehr als 40.000 Bluter in der EU nicht
mehr ausreichend mit Medikamenten versorgt werden könnte“, betonte
Geschäftsführer Dr. med. Hubert K. Hartl denn, so Hartl
weiter, „zur Zeit stammt fast die Hälfte der in der Europäischen Union
verwendeten plasmatischen Gerinnungsfaktoren von entschädigten Spendern,
die entweder direkt in der EU gespendet haben oder deren Plasma
importiert wurde. Man kann sich leicht vorstellen, welche Bedrohung es
für die Patienten bedeuten würde, wenn auf Grund einer neuen
Gesetzgebung die Versorgung mit diesen Produkten halbiert würde!“
Die Patienten sind der Auffassung, dass diese Blut-Richtlinie viele Prinzipien des EU-Rechts verletzen würde,
einschließlich der Forderung nach Sicherstellung eines hohen
Gesundheitsschutzniveaus bei der Festlegung und Durchführung aller
Gemeinschaftspolitiken und –maßnahmen. Es gibt heutzutage keinen Beweis
dafür, dass Arzneimittel, die von nicht-entschädigten Spendern stammen,
irgendwie sicherer seien als die von entschädigten Spendern. Tatsache
ist, dass die Arzneimittelbehörden in Europa sämtliche Plasmaprodukte in
der EU auf ihre Sicherheit und Wirksamkeit überprüft haben, und dabei
die Entschädigung von Spendern nicht als Problem gesehen haben.
Wissenschaftliche Studien beweisen diese Aussagen unmissverständlich.
Die Abgeordneten des Europäischen Parlaments werden daher aufgefordert, KEINE ÄNDERUNGEN der EU-
Richtlinie zuzulassen!
Derartiges würde bedeuten, dass einer großen Anzahl von Menschen, deren einziges Ziel es ist, ein normales
Leben zu führen, Sorgen bereitet und unnötiges Leid zugefügt wird.
Die Österreichische Hämophilie Gesellschaft ersucht somit die Abgeordneten aller im EU- Parlament
vertretenden Parteien im Sinne der Patienten, und nicht irrealer
Vorstellungen oder falscher Propheten, zu beraten und abzustimmen.
Jedwede Veränderung der bereits sehr engen Richtlinie würde zu einem dramatischen Versorgungsengpass mit aus
Blutplasma hergestellten Arzneimitteln führen, DER NICHT AUSGEGLICHEN WERDEN KÖNNTE.
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Weitere Informationen:
Dr. med. Hubert K. Hartl,
Geschäftsführer der Österreichischen Hämophilie Gesellschaft (ÖHG);
Tel. +43 / 676 / 530 3500;
Email: hartl[at]bluter.at |
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