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APA0033 5 CI 0418 XI
15.Apr 2004
Welt-Hämophilie-Tag:
Bluter benötigen regelmäßige
Kontrolle
400.000 Hämophilie-Patienten weltweit -
Nur zehn Prozent optimal versorgt
Wien (APA) - Weltweit gibt es rund 400.000 Bluter. Doch nur zehn Prozent
sind nach den optimalen Standards versorgt. Weitere zehn Prozent erhalten
zumindest ab und zu bzw. bei Bedarf Blutgerinnungsfaktoren. Doch selbst in
den westlichen Industriestaaten mit der besten Betreuung der Betroffenen
gibt es Mankos. "Manche Bluter realisieren nicht, wie schnell es zu
Problemen kommen kann. Deshalb ist eine regelmäßige Kontrolle notwendig",
erklärte jetzt Dr. Hubert K. Hartl, österreichischer Vorsitzender der
Europäischen Hämophilie Gesellschaft, gegenüber der APA.
Am Samstag (17. April) ist Welt-Hämophilie-Tag. Besuchen Sie Ihr
Behandlungszentrum regelmäßig", lautet das Motto der weltweiten
Veranstaltungen. Hartl: "Erst vergangenes Jahr sind in Österreich zwei
Patienten verblutet. Eines der Opfer hatte den Kühlschrank voll mit
Gerinnungspräparaten. Der Mann kam von einer Party heim und hat keine Luft
bekommen. Er hat sich niedergelegt und ist an einer Lungenblutung
gestorben."
Die Hämophilie ist eine angeborene Blutgerinnungsstörung und äußert sich
durch Blutungen in Gelenke und Muskulatur, sowie in Weichteile und innere
Organe. Solche wiederholten Blutungen führen ohne Behandlung durch die
Schädigung der Gelenke und die dadurch bedingten Muskelveränderungen zu
Gehbehinderungen und Invalidität. Die Hämophilie betrifft fast
ausschließlich Männer, während Frauen als Überträgerinnen des
x-chromosomalen Gendefektes (Konduktorinnen) fungieren. Wichtig ist - je
nach Bedarf - die Versorgung mit der richtigen Menge an
Blutgerinnungsfaktoren (zumeist Faktor VIII). Hier gibt es mittlerweile
seit Jahren weitestgehend Virus-sichere Präparate aus Blutplasma und
natürlich gentechnisch erzeugte Produkte.
Doch für eine optimale Therapie ist die regelmäßige Kontrolle notwendig.
Hartl: "Die sollte vierteljährlich bis ein Mal jährlich erfolgen. Dabei
kann die Dosierung angepasst werden." Veränderte Lebensumstände können
auch zu einem veränderten Bedarf an Gerinnungsfaktoren führen. Hier ist
eine Feinabstimmung notwendig. Sonst kann es zum Beispiel zu gefährlichen
Blutungen kommen. Der seit Jahren in der Österreichischen Hämophilie
Gesellschaft als Betroffener engagierte Arzt: "Das ist wie bei Asthma oder
Diabetes - nur ereignet sich so ein Zwischenfall, zum Beispiel eine
Gehirnblutung, sehr schnell und ist hoch gefährlich."
Bei der jährlichen Sammelerhebung der österreichischen Hämophilie-Zentren
- es gibt sie in allen Landeshauptstädten - wurden zuletzt 455 Patienten
mit Hämophilie und 102 mit ähnlich gearteten Blutgerinnungsstörungen
gemeldet. Das entspricht etwa einem Hämophilie-Patienten auf 10.000
männliche Österreicher. Das Durchschnittsalter der österreichischen
Betroffenen beträgt 32 Jahre, der älteste Bluter Österreichs ist 94, der
jüngste Patient ein Jahr alt. Im weiteren Sinn betroffen durch die
Bluterkrankheit ist aber nicht nur der Patient selbst, sondern auch seine
Familie, Eltern, Geschwister, Freunde, Kolleginnen und Kollegen.
Am 8. Mai findet im Wiener Rathaus ein Informationstag zum Thema Blut
statt. Dort gibt es ebenfalls entsprechende Informationen der Hämophilie
Gesellschaft (http://www.bluter.at).
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